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112 und 110 - Notruf auch für Hörgeschädigte

Die SMS-Nothilfe

Schon seit einer ganzen Weile besteht hier und da die sog. sogenannte „SMS-Nothilfe“. Die Begeisterung bei den hörgeschädigten Menschen war schon in der Vergangenhein groß. Der Deutsche Schwerhörigenbund e. V. stand dem Thema jedoch immer mit Abstand gegenüber. Daher soll das Thema „SMS-Notruf“ an dieser Stelle neu bewertet werden. Dies liegt auch daran, dass zwischenzeitlich offenbar bei den politisch Verantwortlichen in den Ländern ein Umdenken stattgefunden hat. Dort war das Ansinnen der hörgeschädigten Menschen bisher immer auf taube Ohren gestoßen. Als Grund dafür, wurden immer wieder Sicherheitsbedenken angeführt. Seit einiger Zeit ist hier wohl ein Umdenken im Gange, denn in zwei weiteren Bundesländern überlegt man die Einführung.

Notrufnummern in Deutschland

Zunächst einmal muss man festhalten, dass es in Deutschland zwei Notrufnummern gibt. Das ist zum einen die europaweit einheitliche Notrufnummer 112 für die Feuerwehr und den Rettungsdienst und zum anderen die nationale Notrufnummer 110 für die Polizei. Beide Notrufnummern sind vorwahl- und gebührenfrei. Darüber hinaus gibt es verschiedene weitere Rufnummern, mit denen man bestimmte Dienste (z. B. Krankentransporte, etc.) anrufen kann. Doch hierbei handelt es sich nicht um Notrufnummern im Sinn des Telekommunikationsgesetzes (TKG), § 108 „Notrufe“. Im § 108 TKG wird klar beschrieben, was ein Notruf eigentlich ist.

Das Telekommunikationsgesetz (TKG) ist ein deutsches Bundesgesetz, das den Wettbewerb im Bereich der Telekommunikation reguliert. Das heutige Telekommunikationsgesetz beendete auch das bisherige Telekommunikationsmonopol des Bundes. Neben der Regulierung sollen auch die angebotenen Dienstleistungen fortlaufend gewährleistet werden. Im neuen Telekommunikationsgesetz wird zudem erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland nun auch der Notruf per Telefax festgeschrieben.

Weitere Erklärungen finden sich zudem in der Notrufverordnung (NotrufV). Mit der Notrufverordnung werden die rechtlichen Vorgaben des Telekommunikationsgesetzes für den Notruf ergänzt. Unter anderem wird in der Notrufverordnung neben der europaweit einheitlichen Notrufnummer 112 die in Deutschland seit Jahrzehnten eingeführte nationale Notrufnummer 110 festgeschrieben, die traditionell für den Polizeinotruf genutzt wird.

Sicherheitsbedenken Ade?

In der Vergangenheit wurden Hörgeschädigte über diese Internetpräsens immer zur Vorsicht aufgerufen, wenn es um die sog. "SMS-Nothilfe" ging. Grund dafür war, dass von Seiten der Polizei und Feuerwehr im Zusammenhang mit der "SMS-Nothilfe" immer wieder Sicherheitsbedenken ausgesprochen wurden. Darüber hinaus ist die "SMS-Nothilfe" kein Notruf im Sinn des TKG und der NotrufV. Überdies ist dieser Service kostenpflichtig.

Im Moment scheint es so zu sein, dass sich, auch auf Grund der gescheiterten Notruf-App, weitere Bundesländer mit dem Thema "SMS-Nothilfe" beschäftigen (Baden-Württemberg und Saarland). Fest eingebunden in den Entwicklungsprozess sind die Landesverbände der Hörgeschädigten (DSB und DGB). Die Meinung der Verbände über Sinn und Zweck gehen jedoch auseinander, wie man den örtlichen Medien entnehmen kann. Nicht zu Letzt die sehr langen Rufnummern sind den Verbänden ein Dorn im Auge. Hier stellt sich dann natürlich auch die Frage nach der Barrierefreiheit. Drei Zahlen (112 oder 110) kann man sich problemlos merken, aber eine bis zu 15-stellige Rufnummer eher nicht.

Ich möchte an dieser Stelle gerne noch einmal die "Warnungen" der Feuerwehren und der Polizei weitergeben, dass die sog. "SMS-Nothilfe" nicht unproblematisch ist. In einem echten und dringenden Notfall bleibt das Notfall-Telefax daher die 1. Wahl.

Mit der Bitte um Beachtung

Aus der Sicht von hörgeschädigten Menschen ist es nur zu verständlich, dass sie die sogenannten "SMS-Nothilfe" super finden. Hier meinen sie nun endliche eine Möglichkeit zu haben, egal wo sie sich gerade befinden, einen Notruf absetzen zu können. Doch dieser Schein ist auch trügerisch!!

Bei der sogenannten „SMS-Nothilfe“ handelt es sich lediglich um ein Service-Angebot. Dieses Angebot ist zudem kostenpflichtig und hat vorwahlpflichtige Rufnummern mit bis zu 15 Ziffern. Schon alleine aus diesem Grund handelt es sich nicht um eine Notrufnummer.

Versuche, die sogenannten „SMS-Nothilfe“ in Deutschland zu etablieren, sind wohl schon auf Grund der gesetzlichen Gegebenheiten (TKG § 108 Notrufe und der NotrufV) nicht ganz leicht. Erschwerend kommt hinzu, dass man vor dem abschicken der SMS erst einmal eine Menge schreiben muss. Die Disponenten in den Leitstellen benötigen ja ausführliche Informationen darüber, wo sich der Hilfesuchende befindet und welche Hilfe er benötigt. Dies ist, je nach Art des Unfalls, ein sehr großes und zeitaufwendiges Unterfangen.


Polizei der Stadt Köln

Die Polizei der Stadt Köln ist per SMS im Notfall über diese Rufnummer erreichbar:

0221 - 2 29 22 92


Die Polizei der Stadt Berlin

Die Polizei der Stadt Berlin ist per SMS im Notfall über diese Rufnummer zu erreichen:

030 - 4 66 48 64 18


Die Polizei im Land Brandenburg

Die Polizei im Bundesland Brandenburg ist landesweit per SMS im Notfall über diese Rufnummer erreichbar:

0049 - 171 - 8 69 25 00


Die Polizei im Bundesland Sachsen

Die Polizei im Bundesland Sachsen verweist auf ihre Homepage unter dem nachfolgenden Link:

Hier Klicken zu weiteren Informationen!


Stadt Hamburg

Informationen über die SMS-Nothilfe in Hamburg bekommen Sie unter dem nachfolgenden Link:

Info hier!!


Die Polizei und Feuerwehr der Stadt Bremen

Die Polizei und Feuerwehr der Stadt Bremen sind im Notfall per SMS wie nachfolgend beschrieben zu erreichen:


Feuerwehr: http://www.feuerwehr-bremen.org/sonderseiten/notruf/sms-ruf/ (für Fax-Notruf und SMS-Nothilfe)

Info der Polizei Bremen: Es gibt bei der Leitstelle/Lagezentrum der Polizei Bremen ein Gehörlosentelefon. Dieser Anschluß ist auch SMS fähig. Eingehende SMS werden auf einem Bildschirm dargestellt. Dieses Telefon ist unter der Rufnummer 0421 36212145 zu erreichen. Es muß an dieser Stelle darauf hinweisen werden, dass bei Tests festgestellt wurde, dass es bis zu 17 Minuten dauern kann, ehe die Nachricht komplett übermittelt wurde.


Polizei und Feuerwehr im Bundesland Baden-Württemberg

Für Baden-Württemberg ist bei Notfällen die Polizei per SMS an die 01522 / 1 807 110 sowie die Feuerwehr und der Rettungsdienst in Abhängigkeit des persönlichen Netzbetreibers per SMS an die 99 0711 / 50 66 7112 (Telekom und Vodafone), 329 0711 / 50 667 112 (Telefoni-ca/O2) beziehungsweise 1511 0711 / 50 667 112 (E-Plus) erreichbar.


Das Bundesland Saarland

Im Bundesland Saarland ist die Einführung der SMS-Nothilfe angekündigt.


Beispiele der unterschiedlichen Ziffern der Netzanbieter für die SMS-Nothilfe

T-Mobile D1 = 99

Vodafone D2 = 99

E-Plus = 1515

O2 = 329