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112 und 110 - Notruf auch für Hörgeschädigte

NRW wird Vorreiter für Hörgeschädigte-Notruf

NRW soll Vorreiter für Notrufsysteme für Hörgeschädigte werden? Zu diesen Ausbauplänen der Notrufmöglichkeiten für Menschen mit Hörschädigung erklärt Josef Neumann, Inklusionsbeauftragter der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

"Maßstab einer erfolgreichen Inklusion ist die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse für alle Menschen. Bundesweit haben Menschen mit Hörschädigung jedoch nur eine eingeschränkte Möglichkeit beim Absetzens eines Notrufs, dazu sind sie auf den Gebrauch eines Notruf-Faxes angewiesen. In Nordrhein-Westfalen sind über drei Millionen Menschen von Schwerhörigkeit, über 220.000 von hochgradiger Schwerhörigkeit, über 50.000 von an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit und über 17.000 von Gehörlosigkeit betroffen..."

Um was handelt es sich hier? Es handelt sich hierbei um ein ernsthaftes Projekt. Man möchte endlich allen Hör- und Sprachbehinderten die Möglichkeit bieten, mobil einen textbasierten Notruf absetzen zu können, der die für den Standort des Notrufenden lokal zuständige Notrufabfragestelle der Polizei bzw. Feuerwehr unmittelbar erreicht. Anders als bei den meisten der am Markt angebotenen sogenannten „Notruf-Apps“, die in der Regel ja nur eine Verbindung zu einer privaten, auf kommerzieller Basis betriebenen Leitstelle ermöglichen. Das System soll, anders als beim Fax, auch einen Dialog ermöglichen. Das Projekt hat von der Telekom technisch-konzeptuelle Unterstützung und vor allem einen wichtigen Impuls zur Umsetzung erhalten. Gesteuert wird das Projekt vom BMWi.

Die Pilotphase des Projekts soll in NRW, also mit Unterstützung von Notrufabfragestellen aus NRW, durchgeführt werden. Aber Ziel es natürlich, das System bundesweit anzubieten.

Keine Frage! Wenn es denn so sein soll und so wird, wäre das eine tolle Sache. Trotzdem bleibt uns Hörgeschädigten im Moment nur das Abwarten...

Zur Pressemeldung gelangen Sie unten über den Button.

Aktuelle Info

Es handelt sich hier um ein Projekt des BMWi. Der Pilotversuch soll in NRW durchgeführt werden. Die NRW-Landesregierung spielt hier keine Rolle.

Neuigkeit: Die Finanzierung der Pilotphase ist gesichert. Die App (für Android und iOS) sowie zugehöriges Zentralsystem sowie Zugriffsmöglichkeiten hierauf für die Leitstellen werden also tatsächlich entwickelt! Eine Umsetzung noch in 2017 scheint nicht unmöglich.