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112 und 110 - Notruf auch für Hörgeschädigte

Notrufsystem ist absetzbar

Die Zahl der allein lebenden Senioren nimmt zu. Damit man bei einem Notfall, beispielsweise ei­nem Infarkt oder Schlaganfall, schnelle Hilfe bekommt, haben sich viele ältere oder chronisch kranke Menschen an ein Hausnot­ruf-System angeschlossen.

Die Kosten dafür können von der Steuer abgesetzt werden, wie die Lohnsteuerhilfe Bayern (Lohi) berichtet. Sie verweist auf ein Ur­teil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 3. September 2015 (Aktenzei­chen VI R 18/14). Demnach kön­nen die Kosten für einen Notruf­dienst in der eigenen Wohnung von der Steuer ebenso abgesetzt wer­den wie die Aufwendungen für einen Notrufdienst im Altenheim oder im betreuten Wohnen.

Die Ausgaben stellten eine Hilfe­leistung rund um die Uhr sicher und seien als haushaltsnahe Dienstleistung anzusehen, urteil­ten die BFH-Richter. Durch die Rufbereitschaft werde sicherge­stellt, dass ein Bewohner im Not­fall Hilfe erhalte.

Dabei spiele es keine Rolle, dass sich die Notrufzentrale außerhalb des Haushalts des Steuerpflichti­gen befindet. Damit gab der Bun­desfinanzhof dem Bewohner einer Seniorenanlage für betreutes Woh­nen Recht. Er hatte in seiner Steu­ererklärung Ausgaben in Höhe von 1357 Euro für das Notrufsystem in seiner Wohnanlage geltend ge-. macht und war beim Finanzamt gescheitert.

Quelle: VdK-Zeitung Februar 2018